Wurzener Tageblatt und Anzeiger kostenfrei zugänglich

Im Rahmen des Landesdigitalisierungsprogramms der SLUB Dresden wurden Mikrofilme der Zeitungsbände des Wurzener Tageblatts aus den Jahren 1917 bis 1945 erfolgreich digitalisiert und stehen ab sofort online zur Recherche zur Verfügung. Damit wird ein wertvoller Teil der regionalen (Presse)Geschichte dauerhaft gesichert und gleichzeitig einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die digitalisierten Zeitungen dokumentieren eine besonders bewegte Epoche der deutschen Geschichte – vom Ende des Ersten Weltkriegs über die Weimarer Republik bis hin zu den Jahren des Nationalsozialismus und dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie geben Einblicke in das politische Geschehen, das wirtschaftliche Leben sowie in den Alltag der Menschen in unserer der Region. Lokale Nachrichten, Anzeigen, Berichte über Vereine, Kultur und gesellschaftliche Ereignisse lassen die Vergangenheit lebendig werden.

Die originalen, meist gebundenen Zeitungsbände sind großenteils in fragilem Zustand: brüchiges Papier, verblichene Farben und beschädigte Bindungen. Dadurch können schon seit längerem diese Bände nicht mehr zur Benutzung an externe Interessierte ausgehoben werden. Jede Berührung und jede Recherche darin verschlechtert den Zustand. 2008 wurden die Zeitungen der Jahre von 1870 bis 1945 aus Gründen des Bestandsschutzes zwar auf Mikrofilme (Diazoduplikate) übertragen. Für das in die Jahre gekommene Lesegerät (Readerprintergerät REGMA AR3Z) können allerdings keine Ersatzteile mehr beschafft werden. Daher musste es nach einem Defekt entsorgt werden. Durch die Digitalisierung wird jedoch nicht nur das empfindliche Originalmaterial geschont, sondern auch die Recherche deutlich erleichtert. Interessierte können per Schlagwortsuche gezielt nach bestimmten Themen, Zeiträumen oder Ereignissen suchen – bequem von zu Hause aus oder im Rahmen von schulischen, wissenschaftlichen oder privaten Projekten eröffnen sich somit neue Möglichkeiten, die Geschichte Wurzens zu entdecken und zu erforschen.

Wir bedanken uns sehr beim Team des Landesdigitalisierungsprogramms der SLUB Dresden, dass wir mit unserem Anliegen zunächst mit einem zentralen historischen Zeitabschnitt berücksichtigt worden sind. Auf diese Weise können wir unserer Aufgabe als kulturelles Gedächtnis der Region wirksam zu werden und Forschungsarbeit zu unterstützen noch besser nachkommen als bisher. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung des kulturellen Erbes und zur modernen Wissensvermittlung.

Die regionalgeschichtlichen Quellen sind für alle kostenfrei zugänglich unter: https://sachsen.digital/sammlungen/bestaende-des-kulturhistorischen-museums-wurzen